2. Klasse Mitte
SC Kirchberg-Thenings Trainer Anton Höretseder analysiert die Herbstsaison der 2. Klasse Mitte
Aufstiegskampf
Nach dem Abstieg hatte ASKÖ Dionysen/Traun zu
Saisonbeginn Probleme, da wichtige Spieler wie etwa Ivan Peric
nicht zur Verfügung standen. In der Folge legte die Mannschaft
von Trainer Karl Pupek eine Siegesserie hin - die Brust wurde
immer breiter - und sicherte sich verdientermaßen den
Herbstmeistertitel. Der Tabellenführer ist für mich der
Top-Favorit, wenngleich der Kader nicht der größte ist und
Stützen wie Ricardo Pupek oder Danijel Novakovic nicht längere
Zeit ausfallen dürfen.
SC Kirchberg-Thening: Vor Saisonbeginn war der Aufstieg
nicht unbedingt unser Ziel. Die jungen Spieler sind aber
inzwischen gereift - und während wir im Vorjahr enge Partien
meist verloren haben, konnten wir solche Spiele im Herbst für
uns entscheiden. Vielleicht haben wir mit unserer harten und
zielstrebigen Arbeit das Glück auch erzwungen. Jetzt, wo wir
ganz vorne dabei sind, wollen wir natürlich auch aufsteigen. Ob
uns das am Ende dann auch gelingen wird, steht auf einem
anderen Blatt Papier - da muss in der Rückrunde einfach alles
passen.
Die wohl größte Überraschung der Herbstsaison war für mich der
dritte Platz der Union Babenberg Linz. Die Mannschaft
war in den letzten Jahren stets ganz unten in der Tabelle zu
finden. Trainer Wolfgang Hörmedinger ist es jedoch gelungen aus
seinem Team das Maximum herauszuholen. Neben dem erfahrenen
Jürgen Hartl oder dem jungen Fabian Ott konnten die Babenberger
vor allem mit einem starken Kollektiv überzeugen, haben sehr
konstant agiert und sind bis zum Schluss nicht eingebrochen. Ob
die Linzer vorne dran bleiben können, wird vom Start in die
Rückrunde abhängen.
Schon im Frühjahr konnte die DSG Union Haid
überzeugen. Auch der Abgang von Leistungsträger Hannes Vondra
konnte verkraftet werden. In Haid hat man den Weg mit den
jungen Spielern eingeschlagen und setzt diesen konsequent fort.
Nun werden schön langsam die Früchte geerntet. Inzwischen hat
sich das junge Team zu einen "verschworenen Haufen" entwickelt,
dem ich schon in dieser Saison einiges zutraue. Ich denke, dass
die Wittek-Elf bis zum Schluss ein entscheidendes Wort mitreden
kann.
Beim ASKÖ Leonding vermisse ich eine zielstrebige
Linie. Obwohl Trainer Schimpl meiner Meinung nach gute Arbeit
geleistet hat, entschied man sich, den Coach zu wechseln. Auch
aufgrund einer gewissen Unruhe hat man auf der Zielgeraden der
Hinrunde ein wenig den Anschluss verpasst. Mit starken
Offensivkräften wie Christian Pichler oder Peter Deubl ist
entsprechende Qualität vorhanden, ich habe aber meine Zweifel,
ob es in diesem Spieljahr für ganz vorne reichen wird.
Das 1b-Team des SV Foli-Pack Traun kassierte in
der Vorsaison noch einige saftige Niederlagen. Unter dem
erfahrenen Trainer Horst Sonnleitner konnte sich die Mannschaft
im Vorderfeld etablieren. Ich habe diese Steigerung in keiner
Weise erwartet. Zwar erhält man regelmäßig Verstärkung vom
OÖ-Liga-Kader, andererseits hat man verdiente Spieler wie etwa
Rene Götzer in den Reihen, die eher unregelmäßig trainieren
können. Auch aus diesem Grund wird wohl kaum mehr als der
derzeitige sechste Rang möglich sein.
Die Union Pucking ist sensationell gestartet, blieb in
zwei Dritteln der Herbstsaison ungeschlagen, ist dann aber auf
der Zielgeraden eingebrochen. Trainer Feigl verfügt über eine
bissige und giftige Truppe - und mir taugt diese Mannschaft
einfach. Da ist enormes Potenzial vorhanden. Sollte der Kader
halbwegs zusammenbleiben, wird man in den nächsten Jahren von
der Union Pucking noch einiges hören. In dieser Saison kann es
nur mit einem außergewöhnlichen Lauf für ganz vorne
reichen.
Tabellenmittelfeld
Den Abgang von Bernd Kerbl, der im Vorjahr fast 50 Tore
erzielte, hat der SV Urfahr nicht verkraftet - es fehlt
einfach ein durchschlagskräftiger Stürmer. Und nun hat auch
noch Spielgestalter Stefan Kuranda seine Karriere beendet. Ich
habe gehört, dass einige Verstärkungen im Anmarsch sind,
vermisse aber ein gewisses System. Aber in dieser Saison kommt
man über das Niemandsland der Tabelle ohnehin nicht mehr
hinaus.
Nachdem es vor einem Jahr im Verein ordentlich gekracht hat,
konnte sich der ESV Schauer Bau Westbahn Linz in relativ
kurzer Zeit einigermaßen erholen. Die Eisenbahner sind zwar
schlecht gestartet, haben sich dann aber gesteigert, wenngleich
sie sich als launische Diva präsentierten - guten Leistungen
folgten unnötige Niederlagen. Dennoch ist ein klarer
Aufwärtstrend zu erkennen, eine Basis ist wieder vorhanden und
mit einer gewissen Konstanz könnte man in absehbarer Zeit
vielleicht wieder vordere Plätze anstreben.
Der ASKÖ Neue Heimat ist super gestartet, hat auch
gegen uns sehr gut gespielt, dann aber nach der Verletzung von
Mario Pühringer, der nach wie vor das Um und Auf der Mannschaft
ist, den Faden verloren. In der Mannschaft steckt aber einiges
Potenzial und zudem verfügt der Klub mit Peter Rohregger auch
über einen guten und erfahrenen Trainer.
Tabellenende
Beim ATSV St. Martin/Traun vermisse ich die Harmonie. Aus dieser Mannschaft werde ich einfach nicht schlau. Schon im Vorjahr hat sie einem Lauf eine negative Serie folgen lassen. In dieser Saison ist es nicht anders. Aus diesem Grund werden kurzfristig große Sprünge wohl kaum möglich sein.ASKÖ Zöhrdorf Linz ist ein Kapitel für sich. Nach einem teuer erkauften Höhenflug ist man tief gefallen und leidet jetzt an den Nachwehen des fehlgeschlagenen erhofften Durchmarsches in die Bezirksliga. Übrig geblieben ist eine zusammengewürfelte Mannschaft, der eine schwierige Zeit bevorsteht. Ich bin eher skeptisch, was die nahe Zukunft anbelangt, lasse mich aber gerne positiv überraschen.
In den letzten Jahren hat man beim SV Chemie Linz immer wieder gehörige Kaderveränderungen vorgenommen. Der Pfeil will aber einfach nicht nach oben zeigen. Die Chemiker kommen von den letzten Plätzen nicht weg, wenngleich sich die Ergebnisse gebessert haben - Debakel sind eher selten geworden. Die Qualität des Kaders ist eher beschränkt und so wird es schwer werden, in den nächsten ein, zwei Jahren zumindest einen einstelligen Tabellenplatz zu belegen.
Die Union Leonding hat einen schwarzen Herbst hinter sich. Nach dem Abgang von Trainer Peter Wimmer, der zuvor aus einer "toten" Mannschaft eine gute Truppe geformt hat, hatte ich schon im Sommer meine Bedenken. Diesen katastrophalen Sturzflug hätte ich jedoch nicht erwartet. Nun ist Peter Wimmer wieder zurückgekehrt und steht erneut vor einem Scherbenhaufen. Ich traue es dem ehrgeizigen Trainer zu, erneut das Beste herauszuholen. In der laufenden Meisterschaft muss man sich erst wieder stabilisieren, aber in der nächsten Saison kann es durchaus wieder in Richtung Tabellenmittelfeld gehen.

