1. Klasse Süd-West
UFC Lasco Lochens Trainer Walter Leitner analysiert die Herbstsaison der 1. Klasse Süd-West
Titelkampf
UFC Lasco Lochen: Nachdem ich die Mannschaft nach dem
Aufstieg von Trainer Graf übernommen hatte, wollten wir mit dem
Abstieg nichts zu tun haben. Aber schon während der
Vorbereitung und in den ersten Testspielen haben ich gesehen,
dass einiges Potenzial im Team steckt. Dass wir dann aber einen
derart guten Lauf erwischen, konnte niemand vorhersehen. Jetzt
haben wir als Herbstmeister fünf Punkte Vorsprung und wollen
natürlich im Frühjahr vorne bleiben. Sollten wir gut in die
Rückrunde starten und im Frühjahr vor Verletzungen halbwegs
verschont bleiben, ist sicher alles möglich.
Den USV Pattigham/Pramet musste man auf der Rechnung
haben. Das ist die wohl kompakteste Mannschaft der Liga, die
durch ihr gut organisiertes Spiel besticht. Die Defensive
erwies sich sehr sattelfest und vorne waren Doppler und Moser
brandgefährlich. Viel wird aber davon abhängen, wann
Spielertrainer Markus Augustin nach seiner schweren Verletzung
wieder einsatzfähig sein wird, denn er ist für die Mannschaft
immens wichtig.
Der SV St. Pantaleon, spielerisch einer der stärksten
Mannschaften der Liga, ist zwar schlecht gestartet, hat in der
Folge aber eine Aufholjagd gestartet und konnte auch meinem
Team eine Niederlage zufügen. Ich traue dem Tabellenzweiten in
der Rückrunde einiges zu und denke, dass St. Pantaleon ein
heißer Titelkandidat ist.
Tabellenmittelfeld
Der sensationelle Start des UFC Mettmach - in den
ersten neun Runden blieb man ungeschlagen - hat den Klub wohl
selbst überrascht. Der Verein verfügt aber mit Daniel
Schachinger, Josef Pillichshammer sowie den beiden Legionären
Ales Majer und Pavel Stransky über sehr starke Spieler. Trotz
des Einbruchs auf der Zielgeraden der Herbstsaison haben die
Mettmacher eine starke Hinrunde absolviert.
Nach einem Trainerwechsel und den Abgängen im Sommer hat die
Union Feldkirchen/Mattighofen der Verletzungsteufel
erwischt. Nachdem man in den letzten Jahren stets um den Titel
spielte, ist die Mannschaft ins Trudeln geraten, konnte sich
aber rechtzeitig fangen und mit einem guten Finish noch ins
obere Tabellendrittel vorstoßen.
Die Union Raiffeisen Geretsberg hat uns im Sommer als
Mit-Aufsteiger in die neue Liga begleitet und konnte in der
ersten Saisonhälfte trotz des Abgangs von Urgestein Werner
Hartl überzeugen. Am Ende steht die Mannschaft in etwa dort, wo
sie es sich erhofft hatte - im relativ sicheren
Tabellenmittelfeld. Neben Marko Kodzic, dem Um und Auf des
Aufsteigers, konnte vor allem der erst 17-jährige Stürmer
Christian Höller überzeugen.
Nach dem Gruppenwechsel wollte der TSV XPS
Aurolzmünster um den Titel mitmischen und hat sich dadurch
wohl zu viel Druck auferlegt. Zudem hat der Wirbel um
"Star-Einkauf" Obele Okeke, der inzwischen nach Gurten in die
Landesliga gewechselt ist, für Unruhe gesorgt. Die Mannschaft
zählte zu den Enttäuschungen der Herbstsaison, hat sich nach
einem Trainerwechsel aber erfangen und ist noch in die obere
Tabellenhälfte vorgestoßen.
Nicht zuletzt durch die Verpflichtung von Torjäger Gabor
Paczi, der mit Zoltan Odor einen Traumsturm bilden sollte,
zählte die Union Tarsdorf zu den Top-Favoriten. Eine
Niederlagenserie zu Saisonbeginn und hartnäckiges
Verletzungspech haben den Traum aber frühzeitig platzen lassen.
Die Elf von Spielertrainer Wolfgang Felber konnte aber mit
einer Siegesserie noch Schadensbegrenzung betreiben. In der
Mannschaft steckt enormes Potenzial und ich gehe auch davon
aus, dass sie im Frühjahr noch einige Plätze gut machen
wird.
Abstiegskampf
Der SV Raiffeisen Eberschwang ist nach einem
Fehlstart in Schwierigkeiten gekommen. Vor allem das Fehlen des
verletzten Torjägers Laszlo Lakatos konnte nicht kompensiert
werden. Mit drei Siegen in Folge konnte sich die junge und
überaus kampfkräftige Mannschaft aber von der Abstiegszone
lösen und sich eine vernünftige Ausgangsbasis für die Rückrunde
verschaffen.
Nur um Haaresbreite ist die Union Lohnsburg in der
Vorsaison dem Abstieg entronnen. Auch in diesem Spieljahr
befindet sich sich wieder in akuter Abstiegsgefahr. Der Klub
verfügt über sehr talentierte und gut ausgebildete Spieler,
sowie mit Drazen Svalina über einen Top-Trainer, das Team hat
aber erneut eine schwierige Rückrunde vor sich - es könnte
abermals ganz eng werden.
Nach dem Abstieg aus der Bezirksliga hat der ATSV Laab
zehn Kaderspieler verloren. Dennoch verfügt der Verein über
gute junge Spieler und wird alles daransetzen, einen erneuten
Abstieg zu vermeiden. Mit Philipp Wagner (Mining) und Andreas
Binder (St. Peter/Hart) hat man sich bereits verstärkt. Thomas
Seilinger, der zehn der 20 Laaber Tore erzielte, nun aber seine
Karriere beendet hat, wird schmerzlich vermisst werden. Der
Absteiger steckt erneut in einer brenzlingen Lage, wird aber
meiner Meinung nach am Ende die Klasse halten können.
Von der Union Raiffeisen Neukirchen/Enknach, die in
den vergangenen Jahren stets eine gute Rolle spielte, durfte
man wieder einiges erwarten. Nun überwintert sie jedoch auf
einem Abstiegsplatz. Der Verletzungsteufel hat dem Klub übel
mitgespielt und so mussten in der ohnehin schon jungen
Mannschaft 15-jährige Spieler eingesetzt werden. Nach
einem passablen Start ist es nach dem verletzungsbedingten
Ausfall von Torjäger Rögl bergab gegangen. Die Mannschaft
benötigt eventuell die eine oder andere Verstärkung, jedoch in
jedem Fall einen guten Start in die Rückrunde.
Der SV Bortenschlager Hohenzell hat bei der
0:4-Schlappe gegen meine Mannschaft ganz schlecht gespielt. Das
Spiel des Vorletzten steht und fällt mit der Leistung von
Andreas Keil, der im Herbst acht Treffer erzielen konnte. Nach
den Leistungen in der ersten Saisonhälfte zählen die
Hohenzeller für mich zu den Abstiegskandidaten.
Die Union Burgkirchen nahm in den letzten Jahren immer
wieder gravierende Kaderveränderungen vor. Das Schlusslicht hat
zwar mit Gerhard Filzmoser, Johann Schwandtner oder Lyubomir
Nikolov starke Spieler in seinen Reihen, hatte aber im Herbst
die Seuche am Fuß. Das Team war vom Pech verfolgt, hat einige
Spiele unglücklich verloren und wurde letztendlich deutlich
unter Wert geschlagen. Mit sechs Punkten Rückstand ans rettende
Ufer ist die Situation zwar überaus schwierig, doch abgestiegen
ist Burgkirchen noch lange nicht. Ich denke, dass Neo-Trainer
Konrad Pessentheiner das Ruder durchaus noch herumreißen
kann.

