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1. Klasse Nord-West

Union Neukirchen am Walde-Trainer Josef Hönig analysiert die Herbstsaison der 1. Klasse Nord-West

Josef Hönig erwartet sich einen Dreikampf um den Titel und sieht dabei die Union Dorf in der Außenseiterrolle. Aufgrund der Ausgeglichenheit der Liga ist für Neukirchens Trainer kein echtes Tabellenmittelfeld vorhanden, der Coach meint hingegen, dass sich die Mannschaften ab dem vierten Rang in mehr oder weniger großer Abstiegsgefahr befinden.

Titelkampf

Die Union St. Roman krönte sich nicht zufällig zum Herbstmeister. Die Mannschaft ist überaus heim- aber auch kampfstark und ist für mich der Topfavorit auf den Meistertitel.
Die Union CARIBAS Diersbach befindet sich auf Augenhöhe mit dem Tabellenführer und stellt die spielerisch wohl stärkste Mannschaft der Liga. Zudem verfügt der Tabellenzweite mit Jiri Pesta über einen äußerst starken Legionär und hat mit einer gut besetzten Ersatzbank nicht zu unterschätzende Variationsmöglichkeiten.
Mit der Union SGS Dorf/Pram konnte man nicht unbedingt rechnen. Der Aufsteiger überzeugte mit einer bärenstarken Defensivleistung, kassierte im Herbst lediglich neun Tore. Die Mannschaft ist aber stark von der Leistung von Spielmacher Martin Nisser abhängig - und ist er nicht in Topform bzw. fällt verletzungsbedingt aus, dann ist meist ein Qualitätsverlust festzustellen. Deshalb sehe ich den Aufsteiger auch "nur" als gefährlichen Außenseiter.

Abstiegskampf

Der vierte Tabellenplatz der Union RAIKA Senftenbach kommt für mich etwas überraschend. Das Team absolvierte eine starke Hinrunde und stützte sich dabei auf Leistungsträger wie Gerald Reisegger, Rafael Stieglbrunner oder Torwart Markus Regl. Dieser Mannschaft traue ich auch am Ende einen gesicherten Mittelfeldplatz zu - mit dem unmittelbaren Abstiegskampf wird sie wohl nichts zu tun haben.
Mit einem starken Finish stieß die Union Stadlmayr-Bau Suben noch ins obere Tabellendrittel vor, hatte aber traditionell mit einem Stürmerproblem zu kämpfen, während sich die Defensive - wie üblich - stabil präsentierte. Aber sollte Fatih Erbek ausfallen, gerät das Offensivspiel ins Stocken.
Nach einem starken Umbau - die Abgänge wurden durch den Einbau junger Spieler kompensiert - strebt mein Ex-Verein, die Union Peuerbach, einen Mittelfeldplatz an und ist dazu auf einem guten Weg. Trainer Bubestinger zieht diese Linie durch und konnte schon Teilerfolge verbuchen. Der Trainer kann sich aber vor allem auf die starken Ungarn Adam Vigh und Krisztian Beregszaszi verlassen, die jederzeit ein Spiel alleine entscheiden können.
Vor einem Jahr steckte die Union IMC Schneiderbauer Raab noch tief im Abstiegssumpf. Und nach dem Wechsel von Torjäger Brunnbauer nach Andorf hatte man Bauchweh, doch der junge Stürmer Jan Bruckner konnte die Lücke schließen und avancierte zu einem der besten Angreifer der Liga. Die Mannschaft präsentierte sich im Herbst sehr kompakt, muss aber stets auf der Hut sein, um nicht wieder in ernste Abstiegsgefahr zu geraten.

Der SV Sparkasse Waizenkirchen präsentierte sich im Herbst enorm heimstark, sollte aber alles daransetzen, die eklatante Auswärtsschwäche abzulegen, um nicht in Gefahr zu geraten. Wie ich vernommen habe, denkt der Achtplatzierte daran seine beiden Legionäre Sandor Kiraly und Ferenc Kalmar durch zwei andere Ungarn zu ersetzen.
Union Neukirchen am Walde: Meine Mannschaft ist gut gestartet, hatte aber nach dem Ausfall von Daniel Sabou - der Sechser wird nach einem schweren Autounfall möglicherweise auch in der Rückrunde fehlen - große Probleme. Mit dem Einbau von zwei, drei Talenten habe ich begonnen, ein junges Team zu formen. Deshalb kann kurzfristig nur der Klassenerhalt das Ziel sein.
Die Union St. Willibald ist nach dem Abstieg aus der Bezirksliga toll gestartet, wurde aber in der Folge nicht zuletzt aufgrund einer erheblichen Heimschwäche durchgereicht. Der Klub verfügt mit Markus Hansbauer nicht nur über einen sehr guten Trainer, sondern hat mit Harald und Christian Mörtlbauer sowie Ingo Haderer auch erfahrene Spieler zur Verfügung. Vor allem im Offensivbereich ist hohe Qualität vorhanden, deshalb wird St. Willibald meiner Meinung nach auch keine größeren Probleme bekommen.
Mit dem elften Tabellenplatz wurde die Union Haberl-Weikl Rainbach/I. deutlich unter ihrem Wert geschlagen. Die Rainbacher verfügen über eine gute Mannschaft und sind personell sehr gut besetzt. Sollte Neo-Trainer Alexander Mokrovic das Team entsprechend motivieren können, ist noch eine erhebliche Rangverbesserung möglich.

Die Union Stroheim hatte es im Herbst besonders schwer, ist sie doch nach dem Gruppenwechsel auf unbekannte Gegner getroffen. Der Neuling hat die meisten Tore der Liga erhalten und verfügt zudem über keinen Torjäger. Stroheim steht vor einer schwierigen Rückrunde - der Klassenerhalt ist nicht nur das Ziel, sondern auch möglich.
Mit einem guten Finish hat ASKÖ Bruck-Peuerbach den Anschluss ans hintere Tabellenmittelfeld geschafft - die Hoffnung lebt wieder. Der Aufsteiger hat mit Skeljzim Hodza einen überragenden Offensivspieler in seinen Reihen, der ein Spiel alleine entscheiden kann.
Mit lediglich fünf Punkten am Konto und nur sieben erzielten Toren ziert der TSV Ort/I. abgeschlagen das Tabellenende und ist wohl kaum noch zu retten. Nur ein großes Wunder und eventuelle Verstärkungen können den Abstieg noch verhindern. Das Schlusslicht benötigt eine sensationelle Rückrunde, kann aus eigener Kraft den Klassenerhalt wohl nicht mehr schaffen.


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