Bezirksliga West
FC Munderfings Trainer Josef Daxecker analysiert die Herbstsaison der Bezirksliga West
Der Trainer des Herbstmeisters zeigt sich von der tollen
Hinrunde des FC Munderfing angenehm überrascht, erwartet aber
im Frühjahr einen Dreikampf mit St. Marienkirchen/Polsenz und
Mauerkirchen um den Meistertitel. Während Josef Daxecker denkt,
dass der ATSV Schärding und Eggelsberg mit dem Abstieg nichts
zu tun haben werden, prognostiziert er dem ATSV Mattighofen
eine schwierige Rückrunde, glaubt jedoch, dass die derzeit drei
Letztplatzierten auch im Frühjahr die schlechtesten Karten
besitzen.
Titelkampf
Die Verantwortlichen und die Mannschaft des FC
Munderfing sind mit dem Vorhaben in die Saison gestartet,
mit dem Abstieg nicht zu tun zu haben. Nach einer schlechten
Aufbauzeit sind wir mit zwei Niederlagen und 0:6 Toren denkbar
schlecht gestartet, haben uns aber rasch gefangen und dann
einen Lauf erwischt. Letztendlich hat sich die Herbstsaison zu
einem Selbstläufer entwickelt. Wir hatten zwar auch ein wenig
Glück, konnten aber trotz einiger Verletzungen taktisch,
läuferisch und auch spielerisch überzeugen. Und wenn man in
einer Halbsaison zehn Siege einfährt, dann muss auch eine
gewisse Qualität vorhanden sein. Inzwischen haben wir uns zu
einem Titelkandidaten mit ganz guten Chancen gemausert, trotz
des Herbstmeistertitel ist der Top-Favorit jedoch ein
anderer.
Nämlich der ASV St. Marienkirchen/Polsenz. Die
Mannschaft von Trainer Karl Meister ist spielerisch die
stärkste Mannschaft der Liga und hat im Laufe der Herbstsaison
kapiert, dass auch der kämpferische Aspekt notwendig ist, um
erfolgreich zu sein. Die Meister-Elf ist eingespielt und stark
besetzt und für mich nach wie vor der erste Anwärter auf den
Meistertitel.
Der Dritte im Bunde ist der SV HOCO GPG Mauerkirchen.
Die Elf von Trainer Edgar Pay praktiziert eine perfekte
Viererkette und kassierte deshalb auch die wenigsten Gegentore
der Liga. Geht es nach dem Motto "mit einer starken Defensive
gewinnt man die Meisterschaft", dann könnten die Mauerkirchner
die Nase vorne haben. Ich habe da allerdings meine Zweifel,
denn ich war selbst schon Trainer in Mauerkirchen und weiß
daher aus erster Hand, dass dort die Erwartungshaltung und der
Druck stets sehr hoch sind und die Mannschaft den Anforderungen
nicht immer gerecht wird beziehungsweise anfällig für
Ausrutscher ist. Mit nur vier Punkten Rückstrand hat
Mauerkirchen aber noch alle Chancen auf den Titel.
Tabellenmittelfeld
Der SV Antiesenhofen war für mich - neben unserem
Team - die Überraschungsmannschaft der Hinrunde. Hat unter
Ex-Trainer Bajic die Viererkette nicht funktioniert, ist die
Truppe nach der Umstellung auf eine Dreierkette in Fahrt kommen
und hat zudem mit den beiden Deutschen Mario Köppl und Bernd
Schneider zwei absolute Torjäger zur Verfügung. Zudem ist
Neo-Trainer Felix Brunninger ein ausgezeichneter Motivator.
Lediglich im Defensivbereich muss noch eine Feinabstimmung
vorgenommen werden.
Vom FC Münzkirchen hätte ich mir punktemäßig etwas mehr
erwartet, die Mannschaft ist aber so etwas wie die launische
Diva der Liga. Gegen uns waren die Münzkirchner saustark und
können jeden Gegner schlagen, sind aber andererseits immer
wieder für Ausrutscher gut. Das mag aber auch an der Jugend der
Mannschaft liegen. Mit Mittelfeldspieler Christoph Dissauer und
Stürmer Ales Dere verfügt der Tabellenfünfte über zwei sehr
starke Spielerpersönlichkeiten.
Die Union Stampfl-Bau Ostermiething habe ich vor der
Saison zum absoluten Favoritenkreis gezählt. Der im Vorjahr -
aufgrund der schlechteren Tordifferenz- knapp verpasste
Meistertitel hat aber scheinbar Spuren hinterlassen. Der Frust
steckte wohl noch ein wenig in der Mannschaft. Der sechste Rang
ist im Endeffekt eine große Enttäuschung.
Aufsteiger SV HAI Promotech Schalchen startete
fulminant in die Saison, ist am Ende aber dort gelandet, wo man
das Team erwarten konnte, im Tabellenmittelfeld. Die beiden
Bulgaren Kaloyan Yankov und Martin Nedkov sind tragende Säulen
des Aufsteigers. Das Um und Auf ist aber Roumen Balinski. Und
der eingebürgerte Bulgare ist durch sein Fehlen - aufgrund
seiner Trainertätigkeit bei Landesligist Ranshofen - der
Mannschaft sehr abgegangen. Zudem könnte Schalchen durch den
Kreuzbandriss von Torwart Karl Baldauf und den
Auslandsaufenthalt von Torjäger Alexander Kücher personelle
Probleme bekommen. Da wird man sich wohl am Transfermarkt
umsehen müssen.
Nach den Schwierigkeiten in den letzten Jahren hat sich der
ATSV Handy Shop Schärding wieder gefangen. Für die
derzeitigen Möglichkeiten absolvierte der Klub eine starke
Herbstsaison. Meiner Meinung nach wird die Mannschaft, die mit
Hajrudin Hajric und Patrick Humer über ein starkes Offensivduo
verfügt, auch im Frühjahr keine ernsthaften Abstiegssorgen
haben und sicher die Klasse halten.
Abstiegskampf
USV Eggelsberg/Moosdorf-Trainer Karl Webersberger
verfügt über eine starke Mannschaft, hat aber nur einen kleinen
Kader zur Verfügung, der sich durch einige
Undiszipliniertheiten (Rote Karten) dann auch noch selbst
dezimierte. Sollte der Coach dieses Problem in den Griff
bekommen, wird sich das Team rasch von der gefährlichen Zone
verabschieden und mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Denn
schon in der Vorsaison absolvierte Eggelsberg eine bärenstarke
Rückrunde.
Wohl die größte Enttäuschung der Hinrunde war der ATSV
Mattighofen. Die Mannschaft ist toll gestartet, wurde
jedoch in der Folge durchgereicht. Der Bandscheibenvorfall von
Torwart Priewasser hat sich sehr negativ ausgewirkt. Die
Mattighofener sind noch sehr jung und müssen daher im Frühjahr
auf der Hut sein. Die eine oder andere Verstärkung würde der
Mannschaft sicher gut tun.
Der SV Kallham absolvierte eine sensationelle
Vorsaison. Im zweiten Jahr nach dem Aufstieg läuft es beim Team
von Trainer Otto Arnezeder jedoch nicht mehr rund. Die
Kallhamer haben aber nicht nur gegen uns sehr stark gespielt
und sind auch etwas unter Wert geschlagen worden. Die
Verletzungsprobleme von Endre Toth haben sich aber negativ
bemerkbar gemacht.
Die drei Letztplatzierten werden es auch in der Rückrunde am
schwersten haben. Die Union Josko Kopfing ist für mich
ein Rätsel - während sich das Team in der Fremde sehr stark
präsentierte, wurden gleich fünf der sechs Heimspiele verloren.
Und sollte diese Heimschwäche nicht abgelegt werden, dann wird
es für die Kopfinger sehr schwer, die Klasse zu halten.
Die Union RAIBA Gilgenberg ist toll gestartet, dann
aber erwartungsgemäß ans Tabellenende zurückgefallen. Zum
Saisonende hat sich dann auch noch Philipp Ramitsch verletzt -
und sollte der Torjäger im Frühjahr nicht zur Verfügung stehen,
dann brechen für Gilgenberg schwere Zeiten an.
Der TSV Das Schiff St. Marienkirchen/Schärding verfügt
mit Lukas Tomek und Jan Votava über zwei starke Legionäre und
über eine sehr schöne Sportanlage. Das alleine wird aber
vermutlich nicht zum Klassenerhalt reichen. Zum jetzigen
Zeitpunkt - über etwaige Transferaktivitäten bin ich nicht
informiert - wird der Aufsteiger nur mit einem Bomben-Frühjahr
dem sofortigen Abstieg entgehen können.

